Montag, 23. Mai 2011
Kein Himmel für Computer?
Für einen der angeblich klügsten Köpfe unserer Zeit ist das schon eine erstaunlich kurzsichtige Logik. Und das selbst wenn man den Computer-Vergleich wörtlich nimmt. Man kann heutzutage selbst aus Festplatten, die Stürzen aus großer Höhe oder Feuer ausgesetzt waren, noch Daten (wenn man so will, Gedanken) entnehmen. Der physische Exitus bedeutet also bei Computern keineswegs automatisch den völligen Verlust der Informationen. Erst recht nicht, wenn man davon ausgeht, dass es bei Computern in unserer Welt immer einen Informationsgeber, sprich Programmierer/Konstrukteur gibt. Ob Hawking auch aus einem Funktionsverlust seines Sprachcomputers schlußfolgert, dass sich soetwas minderwertiges von allein zusammenbastelt?
In der Hirnforschung wird der Fall des Phineas Gage - ein Eisenbahnarbeiter, dem Mitte des 19. Jahrhunderts bei einer Explosion eine Eisenstange durch den Kopf schoss, und der daraufhin unter Persönlichkeitsveränderungen litt - als Beweis dafür gesehen, dass alles, was unsere Persönlichkeit ausmacht, von der 'Hardware' des Gehirns abhängt. Ist diese Hardware kaputt, ist auch die Information der Persönlichkeit verloren. Widerspricht das jedoch dem, was die Bibel zu diesem Thema sagt? Interessanterweise nicht. Im Buch Prediger heißt es im Kapitel 9 beispielsweise: "Denn die Lebenden wissen, daß sie sterben werden, die Toten aber wissen gar nichts". Ebenso wie kaputte Computer nichts mehr "wissen". Man muss die Information jedoch nicht unbedingt als unwiderruflich verloren betrachten, wenn man wie gesagt von einem Informationsgeber, einem "PC-Doktor" wenn man so will, ausgeht.
Dienstag, 3. Mai 2011
70 Millionen Jahre altes Bindegewebe
Bereits früher hatte es Berichte über Proteine und andere organische Moleküle in Versteinerungen gegeben. “Die Frage, ob viele Millionen Jahre alte Fossilien noch ursprüngliche organische Bestandteile enthalten, ist jedoch nach wie vor umstritten”, schreiben die Forscher um Johan Lindgren und Per Uvdal von der Universität Lund im Fachblatt “PLoS ONE”. Die neuen Resultate bestätigten die früheren Funde umso klarer, als sie mit gänzlich anderen Methoden gewonnen worden seien.
Quelle: scienceticker
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Mittwoch, 13. April 2011
Angst!
Wenn man jedoch ein paar Schlagzeilen runter scrollt liest man Verkleinerte Hirnregion bei jugendlichen Schlägern. Gemeint ist ebenjene Amygdala. Und so retten die lieben Hirnforscher einem doch wieder den Tag, denn wenn aggressive Schläger an einem Ende des Spektrums stehen und Konservative am anderen, dann lässt man sich doch mal gern als konservativ einordnen.
Donnerstag, 24. März 2011
Licence to Kill
Wenn eine Abtreibung ohne das Wissen der Mutter als Mord bewertet wird, stellen sich schon merkwürdige Fragen. Ist es nicht grundsätzlich Mord, sondern nur, wenn es nicht auf einer freien Willensentscheidung der Mutter beruht? Dann hätte die Mutter also quasi die Lizenz zum Töten...
Freitag, 4. März 2011
Die reine Lehre
Wenn aber beispielsweise ein Chirurg entlassen wird, weil es begründete Zweifel an seiner wissenschaftlichen Ausbildung gibt, wird er zwar einen gewissen Reputationsverlust in seinem sozialen Umfeld erleben, aber das ist mit Sicherheit kein Vergleich zu dem, was Guttenberg gerade widerfährt. Selbst der berüchtigte mittelalterliche Pranger mit Eiern und Tomaten erscheint dagegen wie ein Scherz unter Kindern. Von einem ganzen Land als Witzfigur abgestempelt zu werden ist bereits eine Strafe, die dem eigentlichen Vergehen nicht gerecht wird. Zumal unser Rechtssystem stolz darauf ist, selbst schlimmsten Verbrechern gewisse Menschenrechte zuzubilligen. Selbst mehrfache Kindermörder dürfen vor Gericht ihr Gesicht mit Pullovern, Aktenordnern, Alditüten oder was auch immer verbergen, während Guttenberg für unkorrektes Zitieren am nationalen Pranger steht. Ich denke nicht, dass ein Ministeramt oder eine gewisse (subjektiv empfundene) Arroganz das rechtfertigen. In den meisten Talkshows wird nicht mit ihm sondern über ihn geredet. Und auch die meisten deutschen sogenannten "Comedians" zeigen in solchen Fällen, dass ihre Subversivität nur aufgesetzt ist, und sie tatsächlich sich dem Zeitgeist anbiedernde Hofnarren sind. Alles andere könnte ja auch Quote kosten.
Auffallend ist auch, dass es fast immer Konservative sind, die hierzulande wie die Sau durch´s Dorf gejagt werden, wenn man beispielsweise an Thilo Sarrazin oder Eva Herman denkt. Nicht weit ist dabei dann auch stets die Unterstellung nationalsozialistischen Gedankenguts. Im Fall Guttenberg waren es immerhin die gastfreundlichen Schweizer, die die "blinde Gefolgschaft" von Guttenberg-Verteidigern an Hitler (!) erinnert. (Die Hitler-Guttenberg-Parallelen)
Scheinheilig wirken auch die Proteste von Studenten. Warum protestiert eigentlich niemand gegen die Universität Bayreuth? Immerhin sollte man bei summa cum laude schon etwas genauer prüfen. Ein paar Zitier- und andere Regeln machen den Wissenschaftsbetrieb wohl auch nicht ehrbarer als andere menschliche Unternehmungen. Man denke da nur an Ernst Haeckel, den Guttenberg der Evolutionsbiologie, dessen vorsätzliche Fälschungen von Embryonendarstellungen noch bis in die Gegenwart hinein nachgedruckt wurden. Mit einer ebensolchen großzügigen Nachsicht sollte für Guttenberg auf jeden Fall noch der Bundeskanzler drin sein...
Montag, 14. Februar 2011
Filmtip
Deshalb auch erst jetzt ein Beitrag zu einem sehr interessanten Dokumentarfilm, der am Donnerstag im MDR lief: Menschenlabor Sowjetunion. (Aber zum Glück gibt es ja youtube) Der Film thematisiert die perversen Experimente, die in der Sowjetunion der 20er und 30er Jahre durchgeführt wurden. Auszug:
Die Ideologen der kommunistischen Utopie glaubten, dass die Menschen der alten, kapitalistischen Weltordnung dafür nicht geeignet wären. Es musste also ein neuer Erdenbürger geschaffen und der Mensch selbst zum Objekt revolutionärer Veränderungen werden. So wurde die Züchtung eines "Neuen Menschen" zum Ziel gewagter Experimente, die in der Sowjetunion in den 20er-Jahren durchgeführt wurden. Biologie, Technik und Naturwissenschaften erschienen den Bolschewiken dabei als die Lösung aller Probleme, die im Land herrschten. Einige Wissenschaftler glaubten durch gegenseitigen Blutaustausch zwischen Jung und Alt eine perfekte Gesellschaft mit makellosen Menschen zu schaffen. Andere versuchten den Menschen mit Affen zu kreuzen, um einen menschenähnlichen Hybriden zu erzeugen.Die Kreuzungsversuche von Menschen mit Affen waren bereits 2004 Thema des Dokumentarfilms Der Fall des Affenmenschen. Seinerzeit warfen Kritiker dem Film vor, mit dem Ansprechen dieser fragwürdigen Experimente "Propaganda" zu betreiben. Aber auch Menschenlabor Sowjetunion zeigt, dass diese Versuche ihre wissenschaftliche Begründung eindeutig im darwinschen Zeitgeist der damaligen Epoche fanden (Der auch nicht nur in der Sowjetunion, sondern global vorherrschte. Was sprach aus damaliger evolutionärer Sicht schon dagegen, dass sich Menschen und Primaten kreuzen ließen?). Und sie waren auch kein verirrter Einzelfall, sondern Programm. Die Skrupellosigkeit, mit der man neue Menschen hervorbringen wollte, unterscheidet sich kaum von der im Nationalsozialismus. (Das Wörtchen Sozialismus in Nationalsozialismus ist insofern sicherlich auch kein Zufall)
Freitag, 24. Dezember 2010
Scheinheilige Nacht
Die Gründe für die spätere Festlegung auf den 25. Dezember sind nicht eindeutig. Am wahrscheinlichsten ist, dass das Datum auf die römischen Feiern zur Wintersonnenwende zurückgeht. In der Ecyclopedia of Religion liest man dazu: "Mit der Zeit hat das Fest der Geburt Christi alle anderen Sonnenwendriten entweder absorbiert oder verdrängt. Der auferstandene Christus (auch als Sol invictus bezeichnet) wurde immer öfter durch Sonnenbildnisse dargestellt, und die frühere Sonnenscheibe ... wurde zum christlichen Heiligenschein." Wikipedia: "Allerdings ist in der Geschichte des Christentums die Methode nicht ungewöhnlich, das Heidentum zu überwinden, indem dessen Feste umfunktioniert wurden. Im Falle der Umfunktionierung des Sol-invictus-Festes wurde der tiefen Sehnsucht der Menschen auf der Nordhalbkugel der Erde, dass die Dunkelheit des Dezembers überwunden werden möge, eine christliche Form gegeben."
"Fröhliche Wintersonnenwen... ähm, Weihnachten!"copyright: memory-alpha.org / Paramount Pictures
Gegen eine Geburt am 25. Dezember spricht auch das Wetter um diese Zeit in der Gegend um Betlehem. In Israel hatten die Schafhirten ihre Herden im November bereits von den Feldern in die Winterquartiere gebracht, weil das Wetter nasskalt wurde. Die Schafhirten verbrachten dann nicht mehr die Nächte mit ihren Schafen auf den Feldern, wie es im Lukas-Evangelium zu lesen ist.
Seltsam ist in dem Zusammenhang auch die positive Konnotion der Astrologen/Magier, die einem Stern folgten, der sie allerdings erst nach Jerusalem führte und dort König Herodes auf die Geburt Jesu aufmerksam machte, was wiederum einen landesweiten Mord an Kindern nach sich zog. Weder wird erwähnt, dass es Könige waren, noch drei an der Zahl. Von Weihnachtsmann und -Baum mal ganz zu schweigen.
Diese eher unchristlichen Wurzeln der verschiedenen Weihnachts-Rituale sind nichts neues. Im Gegenteil, man kann das mittlerweile alljährlich in vielen Zeitungen ausführlich lesen. Umso mehr fragt sich, wieso das die meisten Christen scheinbar nicht interessiert.
Montag, 15. November 2010
TV-Tip
Die erste Folge macht einen spannenden Eindruck. Intelligente SF-Szenarien sind im GEZ-finanzierten Fernsehen leider selten geworden, wenn man an herausragende und preisgekrönte Filme und Serien der Vergangenheit denkt, wie R.W. Fassbinders Welt am Draht oder die Fernsehproduktionen von Rainer Erler in den Siebziger Jahren.
Interessant ist vor allem, dass sich die Kritik an neurowissenschaftlichen Paradigmen und Entwicklungen nicht auf den Aspekt der möglichen Überwachung beschränkt. So heißt es auf der Internetseite zur Serie:
Denn mit dem Siegeszug der Neurowissenschaften hat sich – analog zum Ende der Unschuldsvermutung – mehr und mehr ein neues Menschenbild durchgesetzt, das weit von den einstigen Idealen des Humanismus entfernt ist.
Nach diesem Menschenbild, ist der Wille des Menschen nicht frei, sondern durch die neuronale Struktur seines Gehirns, die Verknüpfung seiner Nervenzellen, vorherbestimmt.
Eine rein naturalistische, deterministische Betrachtung des menschlichen Geistes als Widerspruch zu den Idealen des Humanismus - das ist schon bemerkenswert. Zu Gehirnscannern, die aus der Entfernung buchstäblich Gedanken lesen können, ist es sicherlich noch ein weiter Weg, wenn soetwas überhaupt je Realität wird. Gewisse Erregungszustände, beispielsweise die Anspannung eines Terroristen beim Einchecken, können dagegen schon über funktionelle bildgebende Verfahren erkannt werden. Allerdings werden derartige Techniken nicht mit dem Verweis auf Sicherheit und Terrorabwehr realisiert, sondern vor allem mit der Begründung, psychische Erkrankungen, Alzheimer, etc., behandeln zu können. Und da wird potentielle Kritik schon schwieriger, denn wer möchte schon als wissenschaftsfeindlich gelten oder den "Wissenschaftsstandort Deutschland" gefährden...
Donnerstag, 11. November 2010
Apropos...
Eine 360 Millionen Jahre alte Versteinerung einer Garnele zeigt, dass sich die Tiere bis heute kaum verändert haben.
Und obwohl sie sich kaum entwickelt hat, bietet das Fossil gemäß dem obligatorischen Kommentar natürlich einen wertvollen Einblick in die Entwicklungsgeschichte dieser Tiere...
Welt online: Die älteste Garnele der Welt stammt aus Oklahoma
Donnerstag, 4. November 2010
früher Stinkefinger
Copyright: welt onlineWelt online: Aggression und maßloser Sex bei Neandertalern
Digit ratios predict polygyny in early apes, ...
Mittwoch, 20. Oktober 2010
Zunahme von Krebs in der Neuzeit?
Samstag, 16. Oktober 2010
vorübergehend ausgestorben
Entsprechend ratlos war man, als man 1938 den Quastenflosser entdecke, der sich vor rund 70 Millionen Jahren aus dem Fossilbericht verabschiedet hatte. James Smith, der den 1938 vor Südafrika gefangenen Fisch als Quastenflosser erkannte, schrieb beispielsweise: „Ich wäre kaum erstaunter gewesen, wenn ich auf der Straße einem Dinosaurier begegnet wäre“. Horace Ship widmete dem Quastenflosser ein kleines Gedicht:
There lived a happy Coelacanth
In dim, primordial seas;
He ate and mated, hunted, slept,
Completely at his ease.
Dame Nature urged: "Evolve!"
He said: "Excuse me, Ma'am,
You get on with making Darwin,
I'm staying as I am."
The fishes changed their fishy shapes,
The reptiles stormed the land,
The algae turned to trees, the apes
To men, we understand.
The Coelacanth remained
A monster and a myth;
He said: "There's nothing to be gained
By my becoming Smith."
Der Fisch blieb in der öffentlichen Wahrnehmung tatsächlich "a monster and a myth". 1958 diente er beispielsweise als Aufhänger für einen der typischen Monster-Horrorfilme dieser Dekade: Monster on the Campus, auf deutsch Der Schrecken schleicht durch die Nacht. Dort haben die Zellen des Fisches, die der "Kraft der Evolution" trotzen konnten, auf andere Lebewesen eine rückbildende Wirkung.
Die Liste vermeintlich ausgestorbener Tiere und Pflanzen ist recht lang, darunter der Urwelt-Mammutbaum (seit der Kreidezeit nicht mehr nachweisbar, 1941 wiederentdeckt), der Glanzsittich, kanarische Rieseneidechsen, das Chaco-Pekari oder die neuseeländische Takahe-Ralle. Während man diese Evolutions-Verweigerer Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts noch als arme und träge Verwandte sah, an denen der allgemeine Fortschritt vorübergegangen war, werden sie heutzutage oft als "Erfolgsmodelle" der Evolution bezeichnet; sie wurden praktisch von Problemfällen zu Helden der Evolution um-interpretiert.Interessant dabei ist auch, dass fast alle diese "wiederauferstandenen" Lebewesen der jeweiligen einheimischen Bevölkerung schon lange gut bekannt waren, wie bereits der Vater Kryptozoologie, Bernard Heuvelmans, bemerkte. (Der Quastenflosser war beispielsweise als Speisefisch bekannt, während man seine Schuppen zum Schmiergeln verwendete) Interessant insofern, dass es auch heute noch Wesen gibt, die detailiert von Einheimischen beschrieben werden, jedoch noch nicht wissenschaftlich erfasst wurden, darunter auch spektakuläre Tiere wie der afrikanische "Mokele-mbembe". Wenn der Quastenflosser und andere den Kreide/Tertiär-Impact gut überstanden haben, warum dann nicht auch soetwas...
Dienstag, 5. Oktober 2010
Von Science-Fiction zu Teleo-Fiction
Eine teleologische Hypothese zur Zukunft des Menschen im Weltall und der Existenz bewohnbarer Planeten außerhalb unseres Sonnensystems
Dieser Gastbeitrag basiert auf einem Diskussionbeitrag und der anschließenden Debatte unter http://www.scifi-forum.de/science-fiction/scifi-allgemein/56094-mensch-einst-universum-wandeln-teleologisches-argument.html (Mai 2009). (Für weiterführende Argumente und Einwände empfiehlt es sich den dortigen Thread zuerst zu studieren.) Hier wird auf Basis einer teleologischen Hypothese argumentiert, dass der Mensch eines Tages Zugang zu einer Antriebstechnologie haben wird, die die Überbrückung interstellarer Distanzen ermöglichen wird. Er wird dabei auf für intelligentes Leben geeignete Planeten stoßen (zumindest aber auf terraformbare Planeten).
Rein technisch gesehen gibt es derzeit wenig Anlass optimistisch zu sein, wenn es um die Frage geht, ob der Mensch jemals ferne Sternensysteme oder gar Galaxien erreichen wird.
Die Entwicklung der Raumfahrt in den letzten Jahrzehnten konnte keinesfalls mit der technischen Entwicklung in anderen Bereichen (z.B. Informatik, Kommunikationstechnologie, Halbleitertechnik, …) mithalten. Während sich in der Computertechnik die Leistung der Prozessoren in regelmäßigen Abständen verdoppelt und vervielfacht, lahmen etwa unsere Raketen und Triebwerke immer noch. Die großen Zukunftsvisionen der Raumfahrt, plastisch und farbenfroh in populärwissenschaftlichen Veröffentlichungen geschildert, sind weitgehend der Ernüchterung gewichen.
Realistische zukünftige Antriebsmöglichkeiten reichen allenfalls für Bewegungen innerhalb unseres Heimatsystems. Selbst nahe gelegene Sternensysteme scheinen nicht oder wenn doch nur unter horrendem Risiko und Aufwand erreichbar. Der Zugang zum Weltall scheint dem Menschen durch technische und vor allem physikalische Grenzen versperrt.
Im Prinzip gibt es keine Veranlassung zu glauben, dass der Mensch auch nur im Prinzip die Möglichkeit hat, sein Eckchen im Universum jemals zu verlassen. Im Gegensatz zu den Ozeanen unserer Welt könnte es sein, dass sich das All als unüberwindbare Hürde für jedes Bestreben neue Welten zu erreichen herausstellt.
Das widerspricht dem Geist des SF-Genres und den Jugendträumen einer ganzen Generation (inklusive meiner eigenen). Somit fällt es sicher schwer, die eben formulierten Ansichten zu akzeptieren. Sollte man also den Glauben an das Raumschiff Enterprise so aufgeben, wie viele den Glauben an den Weihnachtsmann aufgegeben haben?
Ich denke es gibt einen Grund für Optimismus, der nicht auf naive Technikgläubigkeit oder schlicht das unbegründete Festhalten an SF-Traumwelten hinausläuft.
Der Mensch wird eines Tages interstellare oder sogar intergalaktische Distanzen überwinden und das bei vertretbaren zeitlichen / technischen Aufwand und Risiko, weil:
a) das Universum fein auf intelligentes Leben hin abgestimmt ist.
b) der Mensch eine Position im Universum besetzt die nicht nur seine Existenz sondern auch eine Erforschung des Weltraums ermöglicht.
c) … woraus folgt, dass es mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Möglichkeit gibt, das All zu bereisen ohne irgendwelche Gerätschaften benutzen zu müssen, die nur im SF-Genre funktionieren.
a) Steht für das Kosmologische Argument für Design (Anthropisches Prinzip), welches auf der Beobachtung beruht, dass die Existenz eines geordneten, stabilen und sogar lebensfreundlichen Universums von unzähligen Parametern abhängt, die alle exakt stimmen müssen ('Kosmische Feinabstimmung') Siehe z.B. Barrow/Tipler: The Anthropic Cosmological Principle, Oxford University Press und Ward/Brownlee: Unsere einsame Erde: Warum komplexes Leben im Universum unwahrscheinlich ist, Springer-Verlag. Diese im Prinzip uralte aber durch aktuelle Forschungsergebnisse enorm bestärkte Sichtweise wird seit Jahrtausenden mit der Vorstellung kritisiert, es gebe viele Universen, womit sich die Unwahrscheinlichkeit unseres eigenen durch einen Beobachtereffekt ('klar ist das Universum wie es ist, sonst wären wir ja nicht hier') erkläre.
b) Hier wird das anthropische Prinzip weitergeführt und behauptet, dass das Universum nicht nur auf intelligentes Leben hin gerichtet ist, sondern der Mensch darüber hinaus das Privileg genießt, an einem Standort zu existieren, der auch die Erforschung des Alls und auf Himmelsbeobachtungen beruhenden wissenschaftlichen Fortschritt ermöglicht. Vor ein paar Jahren wurden dazu erstaunliche Hinweise angeführt, siehe Gonzalez/Richards:The Privileged Planet: How Our Place in the Cosmos Is Designed for Discovery, Regnery/Gateway Damit fällt auch die Glaubensüberzeugung der Gründer der modernen Naturwissenschaft zusammen, nach deren Meinung der Mensch – geschaffen 'in imago dei' (gottesebenbildlich) – die Fähigkeit hat, die Welt rational zu verstehen und dass das Universum in einer Weise strukturiert ist, die es dem menschlichen Verstand zugänglich macht. Menschlicher Verstand und Universum harmonisieren in dieser Sichtweise; der Mensch hat weit mehr mentale Fähigkeiten als für Angelegenheiten des täglichen Überlebens nötig wären.
c) In diesem Sinne – wenn das Universum tatsächlich auf intelligentes Leben hin gerichtet ist und unser Platz im Kosmos tatsächlich so eingerichtet wurde, dass er Entdeckungen und wissenschaftlichen Fortschritt fördert oder erst ermöglicht, bzw. auch der Mensch mit den nötigen verstandesmäßigen Fähigkeiten ausgestattet wurde -, kann man optimistisch sein, dass uns der Zugang zum All nicht prinzipiell versperrt ist. Man kann davon ausgehen, dass der menschlichen Neugierde keine Grenzen gesetzt wurden, denn das würde der Prämisse b) – Begünstigung von Forschung und Wissenschaft – eher widersprechen. Kurz: Irgendwo im Bauplan des Universums ist eine oder sind mehrere Möglichkeiten versteckt, es zu bereisen ohne den heute so überwältigend erscheinenden Begrenzungen zu unterliegen.
Rein technisch-physikalisch gesehen gibt es derzeit keinen Anlass zu vermuten, dass der Mensch jemals über das Sonnensystem hinaus aktiv werden wird. Teleologisch gesehen – im Rahmen eines erweiterten anthropischen Prinzips – liegt dagegen nahe, dass das Universum dem Menschen prinzipiell zugänglich ist und es einen Weg zu den Sternen gibt.
Auf Basis meiner teleologischen Hypothese vermute ich zudem, dass es möglich sein wird bewohnbare oder terraformbare Planeten zu finden. Weniger weil alles andere „Platzverschwendung“ wäre, sondern weil, wenn c) ein Weg zu den Sternen bereitet wurde, man d) auch davon ausgehen darf, dass dort einige Schätze versteckt wurden – bewohnbare Planeten, neue Welten sind nahe liegend. Ich glaube sogar, dass es nicht so schwer sein wird, bewohnbare Planten zu finden, wenn man erst einmal weiß wo man nicht suchen muss (Arbeiten wie die von Ward/Brownlee oder Gonzalez sind ein Schritt in diese Richtung). Wenn man die Besonderheiten unseres Sonnensystems und der Erde und ihrer Position versteht, kann man daraus ableiten wo sich die Suche nach einem für komplexen Leben geeigneten Planeten erfolgversprechend ist.
Montag, 27. September 2010
Erweiterung der Linkliste
Mittwoch, 22. September 2010
Spekulationen über verwundeten Neandertaler
Ausgangspunkt ist die Rippenverletzung eines Neandertalerskeletts aus der Shanidar-Höhle im Irak. Interessanterweise zitiert Jack Cuozzo dazu aus der Originalpublikation von Erik Trinkaus von 1983, dass die entsprechende Wunde zum Teil verheilt war: "All twelve right ribs and at least eight of the left ribs (numbers 1-3, 6-9, and 11) are preserved with major portions of seven right ribs ( numbers 2,3,5-9) and four left ribs (numbers 3, 7-9) represented. One rib, 9 left, exhibits a partially healed wound." Eine teilweise verheilte Wunde lässt nun darauf schließen, dass zwischen Verletzung und Tod eine nicht geringe Zeit verging. Damit wäre fraglich, ob die Verletzung wirklich zum Tode geführt hat, zumal andere Skelette in Shanidor Verletzungen zeigen, die offenbar gut gepflegt und verheilt waren. (Auf dieser Seite kommentiert man den Umstand einfach so: "At the time of his death, the gouge in his bone had started to heal. He was one tough guy.")
Anhand dieser Wunde stellte man durch entsprechende Versuche fest, dass sie wahrscheinlich von einem Wurfspeer stammt. Und diese sollen die Neandertaler zu dieser Zeit noch nicht benutzt haben. Gerade dahinter kann man jedoch ein Fragezeichen setzen, immerhin wurde das, was man Neandertalern biologisch, technisch und kulturell zutraute, im Lauf der Geschichte kontinuierlich nach oben korrigiert. So entdeckte man erst Anfang des Jahres in einer Höhle in Südspanien bearbeitete und pigmentgefärbte Muscheln. Entgegen früherer Annahmen hat der Neandertaler diese Dinge nicht einfach nachgeahmt oder geklaut. Er hatte also sowohl assoziative als auch künstlerische Gedanken, er schminkte sich, stellte Schmuck her, betrieb Hochseeschiffahrt und bestattete seine Mitneandertaler mit Blumen... Insofern würde es denn auch kaum verwundern, wenn zukünftige Funde den Gebrauch von Wurfspeeren für die fragliche Zeit belegen.
Sonntag, 19. September 2010
John Cleese
Hier mal ein youtube-Clip von Cleese, der die Dawkins'sche Weltsicht gelungen auf die Schippe nimmt:
Donnerstag, 16. September 2010
Weltverbessern für Anfänger
Gegen Abend sah der entsprechende Platz jedoch aus wie nach der Explosion mehrerer Müllcontainer. Neben bunten Verpackungsmaterialien lagen Essensreste und zersplitterte Flaschen eines Hopfen-Malz-Getränks. Da fragt man sich dann doch ernsthaft: Was wollen sich derart asozial verhaltende Menschen eigentlich tatsächlich konstruktiv zur Verbesserung einer Gesellschaft beitragen?
Donnerstag, 9. September 2010
Witziges aus Straßburg
An diesen alten Witz musste ich denken, als ich folgende Meldung las:
Europarat will "Mutter" und "Vater" abschaffen.
Da kann man eigentlich nur froh sein, dass bei den Europa-Gebäuden am Ill so viel Glas verwendet wurde, sonst müsste man das Licht mit Eimern hineintragen...
Samstag, 4. September 2010
Wirbel im Wassertropfen
Umso mehr verwundert es dann immer, wenn man mit stolzgeschwellter Brust verkündet, dass unser Tropfen Wissen ziemlich sicher ausreichen würden, Gott aus dem großen Ozean auschließen zu können. Zur Zeit scheint Stephen Hawking da in die Fußstapfen von Dawkins und Co. treten zu wollen, mit seinem Buch "Der große Entwurf".
Erst im Juni dieses Jahres hatte beispielsweise eine Studie unter Führung der Universität Bonn Zweifel geweckt, dass es Dunkle Materie gibt. Das Zeug soll neben der ebenso ominösen Dunklen Energie immerhin 23 % des Masseanteils im Universum ausmachen. Angesichts solcher Meldungen mutet ein Satz wie „Weil es ein Gesetz wie das der Schwerkraft gibt, kann und wird sich ein Universum selber aus dem Nichts erschaffen“ dann doch eher wie ein Glaubensbekenntnis an. Aber ein wenig "sarrazinieren" ist wohl auch in der Wissenschaft üblich...
