In einem Interview mit dem guardian wurde der Physiker Stephen Hawking kürzlich unter anderem nach seiner Meinung über ein Leben nach dem Tod gefragt, und antwortete: "I regard the brain as a computer which will stop working when its components fail. There is no heaven or afterlife for broken down computers; that is a fairy story for people afraid of the dark."
Für einen der angeblich klügsten Köpfe unserer Zeit ist das schon eine erstaunlich kurzsichtige Logik. Und das selbst wenn man den Computer-Vergleich wörtlich nimmt. Man kann heutzutage selbst aus Festplatten, die Stürzen aus großer Höhe oder Feuer ausgesetzt waren, noch Daten (wenn man so will, Gedanken) entnehmen. Der physische Exitus bedeutet also bei Computern keineswegs automatisch den völligen Verlust der Informationen. Erst recht nicht, wenn man davon ausgeht, dass es bei Computern in unserer Welt immer einen Informationsgeber, sprich Programmierer/Konstrukteur gibt. Ob Hawking auch aus einem Funktionsverlust seines Sprachcomputers schlußfolgert, dass sich soetwas minderwertiges von allein zusammenbastelt?
In der Hirnforschung wird der Fall des Phineas Gage - ein Eisenbahnarbeiter, dem Mitte des 19. Jahrhunderts bei einer Explosion eine Eisenstange durch den Kopf schoss, und der daraufhin unter Persönlichkeitsveränderungen litt - als Beweis dafür gesehen, dass alles, was unsere Persönlichkeit ausmacht, von der 'Hardware' des Gehirns abhängt. Ist diese Hardware kaputt, ist auch die Information der Persönlichkeit verloren. Widerspricht das jedoch dem, was die Bibel zu diesem Thema sagt? Interessanterweise nicht. Im Buch Prediger heißt es im Kapitel 9 beispielsweise: "Denn die Lebenden wissen, daß sie sterben werden, die Toten aber wissen gar nichts". Ebenso wie kaputte Computer nichts mehr "wissen". Man muss die Information jedoch nicht unbedingt als unwiderruflich verloren betrachten, wenn man wie gesagt von einem Informationsgeber, einem "PC-Doktor" wenn man so will, ausgeht.
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Montag, 23. Mai 2011
Freitag, 24. Dezember 2010
Scheinheilige Nacht
Morgen vor etwas über 2000 Jahren soll Jesus Christus geboren sein. Man muss allerdings nicht lange suchen, um herauszufinden, wie zweifelhaft das ist. Bei wikipedia heißt es dazu: "Das Geburtsdatum Jesu wird im Neuen Testament nicht genannt und war den Urchristen unbekannt, die sich für die Todestage, nicht aber für die Geburtstage ihrer Märtyrer interessierten. Doch bereits im 2. Jahrhundert ist ein wachsendes Interesse daran feststellbar." Für jemandem, der sich an eben jenen Urchristen orientieren will, sollte wohl schon allein deshalb Vorsicht gelten.
Die Gründe für die spätere Festlegung auf den 25. Dezember sind nicht eindeutig. Am wahrscheinlichsten ist, dass das Datum auf die römischen Feiern zur Wintersonnenwende zurückgeht. In der Ecyclopedia of Religion liest man dazu: "Mit der Zeit hat das Fest der Geburt Christi alle anderen Sonnenwendriten entweder absorbiert oder verdrängt. Der auferstandene Christus (auch als Sol invictus bezeichnet) wurde immer öfter durch Sonnenbildnisse dargestellt, und die frühere Sonnenscheibe ... wurde zum christlichen Heiligenschein." Wikipedia: "Allerdings ist in der Geschichte des Christentums die Methode nicht ungewöhnlich, das Heidentum zu überwinden, indem dessen Feste umfunktioniert wurden. Im Falle der Umfunktionierung des Sol-invictus-Festes wurde der tiefen Sehnsucht der Menschen auf der Nordhalbkugel der Erde, dass die Dunkelheit des Dezembers überwunden werden möge, eine christliche Form gegeben."
"Fröhliche Wintersonnenwen... ähm, Weihnachten!"
copyright: memory-alpha.org / Paramount Pictures
Gegen eine Geburt am 25. Dezember spricht auch das Wetter um diese Zeit in der Gegend um Betlehem. In Israel hatten die Schafhirten ihre Herden im November bereits von den Feldern in die Winterquartiere gebracht, weil das Wetter nasskalt wurde. Die Schafhirten verbrachten dann nicht mehr die Nächte mit ihren Schafen auf den Feldern, wie es im Lukas-Evangelium zu lesen ist.
Seltsam ist in dem Zusammenhang auch die positive Konnotion der Astrologen/Magier, die einem Stern folgten, der sie allerdings erst nach Jerusalem führte und dort König Herodes auf die Geburt Jesu aufmerksam machte, was wiederum einen landesweiten Mord an Kindern nach sich zog. Weder wird erwähnt, dass es Könige waren, noch drei an der Zahl. Von Weihnachtsmann und -Baum mal ganz zu schweigen.
Diese eher unchristlichen Wurzeln der verschiedenen Weihnachts-Rituale sind nichts neues. Im Gegenteil, man kann das mittlerweile alljährlich in vielen Zeitungen ausführlich lesen. Umso mehr fragt sich, wieso das die meisten Christen scheinbar nicht interessiert.
Die Gründe für die spätere Festlegung auf den 25. Dezember sind nicht eindeutig. Am wahrscheinlichsten ist, dass das Datum auf die römischen Feiern zur Wintersonnenwende zurückgeht. In der Ecyclopedia of Religion liest man dazu: "Mit der Zeit hat das Fest der Geburt Christi alle anderen Sonnenwendriten entweder absorbiert oder verdrängt. Der auferstandene Christus (auch als Sol invictus bezeichnet) wurde immer öfter durch Sonnenbildnisse dargestellt, und die frühere Sonnenscheibe ... wurde zum christlichen Heiligenschein." Wikipedia: "Allerdings ist in der Geschichte des Christentums die Methode nicht ungewöhnlich, das Heidentum zu überwinden, indem dessen Feste umfunktioniert wurden. Im Falle der Umfunktionierung des Sol-invictus-Festes wurde der tiefen Sehnsucht der Menschen auf der Nordhalbkugel der Erde, dass die Dunkelheit des Dezembers überwunden werden möge, eine christliche Form gegeben."
Das Absorbieren anderer Kulturen erinnert mich immer etwas an die Borg im Star-Trek-Universum, die ebenfalls das Beste der Welten übernahmen, die sie ins Kollektiv assimilierten.
copyright: memory-alpha.org / Paramount Pictures
Gegen eine Geburt am 25. Dezember spricht auch das Wetter um diese Zeit in der Gegend um Betlehem. In Israel hatten die Schafhirten ihre Herden im November bereits von den Feldern in die Winterquartiere gebracht, weil das Wetter nasskalt wurde. Die Schafhirten verbrachten dann nicht mehr die Nächte mit ihren Schafen auf den Feldern, wie es im Lukas-Evangelium zu lesen ist.
Seltsam ist in dem Zusammenhang auch die positive Konnotion der Astrologen/Magier, die einem Stern folgten, der sie allerdings erst nach Jerusalem führte und dort König Herodes auf die Geburt Jesu aufmerksam machte, was wiederum einen landesweiten Mord an Kindern nach sich zog. Weder wird erwähnt, dass es Könige waren, noch drei an der Zahl. Von Weihnachtsmann und -Baum mal ganz zu schweigen.
Diese eher unchristlichen Wurzeln der verschiedenen Weihnachts-Rituale sind nichts neues. Im Gegenteil, man kann das mittlerweile alljährlich in vielen Zeitungen ausführlich lesen. Umso mehr fragt sich, wieso das die meisten Christen scheinbar nicht interessiert.
Montag, 27. September 2010
Erweiterung der Linkliste
Vor kurzem bin ich über eine interessante Seite gestoßen: WiBiLex. Unter diesem Titel soll ein umfangreiches und kostenlos zugängliches Online-Lexikon zur Bibel entstehen.
Dienstag, 29. Juni 2010
Sonntag, 18. April 2010
Auf Paulus' Spuren
Letzte Woche war ich da, wo der Papst jetzt ist: Auf der Insel Malta. Dementsprechend wurde dort auch fleißig gehämmert und gebohrt. Zum Glück bin ich auch einen Tag vor dem großen Vulkanasche-Chaos wieder hier gelandet. Und ebenso wie der Papst habe ich Orte aufgesucht, an denen Paulus vor 1950 Jahren gewesen ist. Besser gesagt: gewesen sein soll, denn ich musste bei der Internetrecherche im Vorfeld feststellen, dass es historisch nicht hundertprozentig sicher ist, dass die in Apostelgeschichte im Original als Meliti bezeichnete Insel tatsächlich Malta ist.
Vor allem Heinz Warnecke zweifelt das in seinem Buch War Paulus wirklich auf Malta? an. Die Gründe sind zum einen nautisch-geografisch (immerhin wird in der Apostelgeschichte das Adria-Meer erwähnt), zum anderen gibt es auf Malta keine Spuren des Christentums vor dem 4. Jahrhundert. Ein besserer Kandidat scheint die Insel Kephalonia vor Griechenland zu sein. Hier gibt es auch, im Gegensatz zu Malta, immer noch Giftschlangen. (mehr dazu hier oder hier)
Im Prinzip fände ich das nicht so schlimm, wenn es nicht bedeuten würde, dass ich nun vermutlich doch keinen biblischen Schauplatz besucht habe. Trotzdem hier mal ein paar Urlaubsbilder:
Die St.-Pauls-Insel. Klein im Hintergrund sieht man eine Paulusstatue.
Das bin ich in der St. Pauls Bay.
Einer der 365 Kirchen, die man auf der relativ kleinen Insel (halb so groß wie Berlin) errichtet hat. 95 % der Bevölkerung ist katholisch, Ehescheidungen und Feuerbestattungen sind gesetzlich verboten.
Der Dom in Mosta, der drittgrößte Kuppelbau dieser Art in Europa.
In der Paulus-Katakombe in Rabat. Hier soll Paulus die erste Christenversammlung auf Malta gegründet haben.
Die Paulus-Grotte unter der St. Pauls Church. Hier soll Paulus kurz gefangen gehalten worden sein.
Ein Abenteuer für sich ist das Busfahren auf Malta, mit teilweise uralten Leyland-Bussen. Der Bereich des Fahrers ist fast immer mit allen möglichen Heiligenfiguren und entsprechenden Sprüchen dekoriert. Dawkins' Bus-Aktion hätte auf Malta sicherlich keine große Chance...
Vor allem Heinz Warnecke zweifelt das in seinem Buch War Paulus wirklich auf Malta? an. Die Gründe sind zum einen nautisch-geografisch (immerhin wird in der Apostelgeschichte das Adria-Meer erwähnt), zum anderen gibt es auf Malta keine Spuren des Christentums vor dem 4. Jahrhundert. Ein besserer Kandidat scheint die Insel Kephalonia vor Griechenland zu sein. Hier gibt es auch, im Gegensatz zu Malta, immer noch Giftschlangen. (mehr dazu hier oder hier)
Im Prinzip fände ich das nicht so schlimm, wenn es nicht bedeuten würde, dass ich nun vermutlich doch keinen biblischen Schauplatz besucht habe. Trotzdem hier mal ein paar Urlaubsbilder:
Ein Abenteuer für sich ist das Busfahren auf Malta, mit teilweise uralten Leyland-Bussen. Der Bereich des Fahrers ist fast immer mit allen möglichen Heiligenfiguren und entsprechenden Sprüchen dekoriert. Dawkins' Bus-Aktion hätte auf Malta sicherlich keine große Chance...
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