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Donnerstag, 22. April 2010

Zillmer-Interviews

Hier mal Links zu zwei Interviews mit Hans-Joachim Zillmer auf alpenparlament.tv. Zillmer ist nicht unumstritten, trotzdem ist vieles von dem, was er sagt, ganz interessant. Dauer jeweils eine knappe Stunde.

Der Energie-Irrtum

Die Evolutionslüge

Donnerstag, 26. Juni 2008

Freitag, 6. Juni 2008

P.M. - Paradoxe Mischung

Das populärwissenschaftliche Magazin P.M. überrascht mich in letzter Zeit immer wieder. Auf der einen Seite gibt es oft erstaunlich faire Beiträge zu Ursprungsfragen oder sogar religiöse Themen – da findet sich sogar mal Lennox´ Hat die Wissenschaft Gott begraben? unter den Buchtips – auf der anderen Seite erschreckend schlampig bis überhaupt nicht recherchierte Brachial-Polemik gegen den Kreationismus, den Public Enemy Nr 1. In Heft 05/2006 (Mit Gott gegen die Evolution) behauptete man sogar allen Ernstes: Wenn das "Bollwerk" Evolutionstheorie ("nach Meinung der meisten Wissenschaftler die wichtigste Bastion eines humanistisch-freiheitlichen Weltbilds") fällt, "ist es wohl auch nicht mehr weit bis zur Ächtung von Linken, Homosexuellen, Abtreibungsgegnern (sic!) oder anderen Menschen mit abweichenden Meinungen oder Verhalten".

Ein Beispiel für ersteres war ein Interview mit dem Philosophen Robert Speamann in Ausgabe 4/08. (Dementsprechend vorhersehbar natürlich auch das Aufheulen der Meute im Leserbriefbereich der aktuellen Ausgabe. Da wird Religion mit der Sehnsucht nach dem Schlaraffenland gleichgesetzt und gleichzeitig tumbes Atheistenbashing beklagt)

Das absolute Negativbeispiel ist dagegen ein kurzer Artikel auf Seite 18 des Juni-Hefts - "Kreationismus - Die Lügen", ironischerweise unter dem Label 'Wissenschaft auf dem Prüfstand': „Mit einem „Atlas der Schöpfung“ wollen Kreationisten Darwin widerlegen. Sie verfechten den biblischen Schöpfungsglauben, nach dem Gottvater die Lebewesen vor 4000 Jahren (sic!) geschaffen hat („Intelligent Designer“).

Dass sich praktisch alle deutschen Kreationisten von Harun Yahya und seinem Atlas deutlich distanzieren, interessiert hier nicht. Es sind „Die Kreationisten“, basta. Warum so einen guten Punkt durch differenzierte Berichterstattung schwächen? Zu den 4000 Jahren muss man wohl nicht mehr viel Worte verlieren. Egal wie lächerlich, bedrohlich oder sonstwie man Kurzzeitkreationismus finden mag, für ein populärwissenschaftliches Magazin ist so ein schlampiger Fehler einfach ein Armutszeugnis. Vor allem, wenn man den, über den man schreibt, des notorischen Lügens beschuldigt.

Abschließend heißt es in diesem Artikel: "Woher beziehen Kreationisten ihren Glauben, dass Wissenschaftler die Existenz Gottes leugnen? Das Gegenteil ist der Fall, für viele Forscher bedingen und ergänzen sich Wissenschaft und Religion. Beispiel Max Planck*: Je mehr er in die Rätsel der Quantenphysik eindrang, desto ehrfürchtiger und gläubiger wurde er." Tja, woher wohl? Vielleicht von Leuten wie Dawkins? Von diversen Blogs, auf denen jeder dritte Post irgendeine Strichmännchenkarikatur ist? Von stolz veröffentlichten Atheistenquoten unter Biologen? Schon ziemlich paranoid, diese Kreationisten...

* Mit der Religiosität Plancks hat sich W.E. Lönnig auf seiner Internetseite auseinandergesetzt: Max Planck zum Thema Gott und Naturwissenschaft

Freitag, 19. Oktober 2007

Schutz für Björn und Sören

Vor zwei Wochen verabschiedete der Europarat eine Resolution zu Gefahren des Kreationismus für die Bildung. Erste Auswirkungen scheinen sich nun abzuzeichnen. Laut der schwedischen Website The Local will der Bildungsminister von Schweden, Jan Björklund, alternative Erklärungsmodelle zur Evolution in Form kreationistischer Vorstellungen oder Intelligent Design selbst für private christliche Schulen verbieten lassen. Schüler müssen vor jeglicher Form von Fundamentalismus geschützt werden, so Björklund.

Im Zuge dessen soll die Zahl der Inspektionen von sowohl staatlichen als auch unabhängigen Schulen verdoppelt werden. Zudem sollen anonyme Schenkungen für Schulen verboten werden. Harte Zeiten also für schwedische Kreationisten, die - wie alle Kreationisten - versessen darauf sind, ihre potentiell menschenrechtsgefährdenden Ideen in Lehrplänen
zu installieren.

Schade eigentlich, Intelligent Design an schwedischen Schulen wünscht sich wohl jeder, der schon einmal mit Akkuschrauber in der einen und Bedienungsanleitung in der anderen Hand gegen diverse IKEA-Möbel gekämpft hat. (Ok, ich gebs zu, der war flach...)

Donnerstag, 19. Juli 2007

Neue Flugtheorie bedroht Leben von Piloten und Fluggästen!

Seit der Pionierleistung des ersten erfolgreichen, andauernden und gesteuerten Motorflugs durch die Gebrüder Wright dürfte eigentlich kein Zweifel mehr an modernen Theorien über die Aerodynamik von Flügeln bestehen - warum ihre spezielle Form Auftrieb erzeugt und sie Apparate, die schwerer als Luft sind, fliegen lässt.

Doch der angebliche Aeronautik-Experte David Anderson erhebt über hundert Jahre nach Lilienthal Einspruch. Seiner Meinung nach entstehe Auftrieb nicht dadurch, dass durch die Wölbung an der Unterseite des Flügels die Luft dort schneller fließe, und durch den größeren Druck unterhalb des Flügels die Maschine nach oben gedrückt wird. Er beruft sich stattdessen auf den sogenannten Coanda-Effekt. Seine scheinbar revolutionären Thesen hat Anderson denn auch in einem - auf den ersten Blick ansprechend und professionell wirkenden - Buch verpackt: Understanding Flight ...

Man muss schon ein Experte sein, um die von Anderson genannten Fakten verstehen und differenzieren zu können. Die große Masse wird jedoch weiterhin in Flugzeuge steigen, ungeachtet der Gefahr, die von Andersons Theorien - die Aerodynamik von Flügeln betreffend - ausgehen!

A physical description of lift

Sonntag, 1. Juli 2007

2084

Letzte Woche geisterte er kurz durch das Internet wie eine schattenhafte Zukunftsvision - Ein Bericht, über den der Europarat am Dienstag dieser Woche debattieren sollte, mit dem Titel "Die Gefahren des Kreationismus für die Bildung" (The dangers of creationism in education).

Der Bericht von Guy Lengagne, Vorsitzender des Europarats-Ausschusses für Kultur, Wissenschaft und Bildung, wurde vom Europarat jedoch als zu einseitig zurückgewiesen. Wenn man den Resolutions-Entwurf liest, ist diese Reaktion nur allzu verständlich. Wie so oft wird das Wohl unserer Kinder vorgeschoben, um eine bestimmte Weltanschauung als Gefahr für die Zivilisation zu brandmarken und den drohenden Untergang des Abendlandes heraufzubeschwören. Laut Lengagne könnte "creationism [...] become a threat to human rights". Da stellt sich die Frage: Ist jemand, für den Kreationismus* eine potentielle Bedrohung der Menschenrechte darstellt, auf längere Sicht damit zufrieden, wenn der Kreationismus per Gesetz aus dem Biologie-Unterricht verbannt wird? Oder sieht er darin nur die Bekämpfung der für ihn bedrohlichsten Auswirkung, sozusagen als ersten und wichtigsten Schritt?
(*An eine Forderung zur Differenzierung zwischen Kreationismus und ID sollte man bei solchen Kampfschriften wohl erst gar nicht denken.)

'Solange die Kreationisten und "IDioten" keine bildungspolitischen Ziele verfolgen, ist alles in Ordnung'... Ich denke, von diesem oft suggerierten Grundgedanken kann man sich getrost verabschieden, wenn man Lengagnes Pamphlet zwischen den Zeilen liest. Lengagne selbst war "schockiert" und "entsetzt" und kommentierte die Entscheidung, seinen Bericht an den Ausschuß zurückzuverweisen mit den Worten: "Für mich ist das ein Manöver jener Menschen, die mit allen Mitteln die Evolutionstheorie bekämpfen und ihre kreationistischen Ideen durchsetzen wollen. Wir erleben hier, wie die Weichen für eine Rückkehr ins Mittelalter gestellt werden, und zu viele Mitglieder dieser Menschenrechts-Versammlung bemerken es nicht." (Auf die Idee, dass sein Bericht vielleicht tatsächlich etwas unreflektiert und pathetisch geworden ist, kommt Monsieur Lengagne natürlich nicht.)

In der europäischen, speziell der deutschen Realität stellen ID und der Kreationismus weniger eine Bedrohung staatlich garantierter Grundrechte dar, sondern vielmehr eine Herausforderung derselben. Wie öffentlich und rechtlich sind beispielsweise unsere Medien, wenn ein vom SFB (heute RBB) produzierter evolutionskritischer Dokumentarfilm nach einmaliger Ausstrahlung im Giftkeller verschwindet, trotz positiver Publikumsreaktionen? (Hat die Bibel doch recht?) Ein weiteres Beispiel wäre das durch die deutschen Brights erwirkte Redeverbot für Reinhardt Junker an einer deutschen Universität (siehe hier). Was hier eher aus Amerika "herüberschwappt" ist wohl ein rigoroser Umgang mit Kritikern der Evolutionstheorie, ein Aufweichen demokratischer Grundrechte durch die gezielte Inszenierung einer Bedrohung derselben.**

Der Journalist Paul Belien zieht im "Brussels Journal" Parallelen zwischen dem Vorstoß des Sozialisten Lengagne und den Verurteilungen von Pro-Life-Aktivisten in Deutschland. So wurde am 14. Juni diesen Jahres der deutsche Pastor Dr. Johannes Lerle wegen Volksverhetzung zu einem Jahr Haft verurteilt, weil er die massenhafte Tötung von Ungeborenen mit dem Holocaust an den Juden verglich. Angesichts des Resolutions-Entwurfs schreibt Belien: "Soon, the German authorities will be able to use the same charge [Anklage wegen Volksverhetzung, Anm. d. Autors] against people who question Darwin’s evolution theory."

** Im deutschsprachigen Raum wirkt das Szenario eines in den Schulunterricht drängenden, als ID getarnten Kreationismus schon allein deshalb konstruiert, weil hier namhafte Vertreter des ID-Paradigmas, wie W.-E. Lönnig und M. Rammerstorfer den Zeugen Jehovas angehören, die jegliche politische Einflussnahme ablehnen.

Video einer Pressekonferenz mit Guy Lengagne

Stellungnahme von Wort und Wissen

Christliches Medienmagazin zum Thema